Freiwasserschwimmen-Wettkämpfe in Deutschland

Vom Bodensee bis an die Ostsee, von den Seen Bayerns bis zu den großen Flüssen: wo, wann und wie in Deutschland im Freiwasser um die Wette geschwommen wird, mit allen Wettkämpfen aus unserem Kalender.

Aktualisiert am 16. September 2026

Auf einen Blick

In Deutschland finden Freiwasserwettkämpfe vor allem in Seen statt: Auf sie entfallen 24 der 38 Wettkämpfe in unserem Kalender, und die dichteste Gruppe liegt in Bayern, wo der Alpen Open Water Cup am Chiemsee, am Tegernsee und am Waginger See Station macht. Auf dem Bodensee werden Querungen in die Schweiz und nach Österreich geschwommen. Im Meer schwimmt man an der Ostsee, in Stralsund und in Glücksburg; Flussschwimmen gibt es in der Elbe in Dresden und Ende Januar in der Donau in Neuburg. Die Saison dauert von Mai bis September.

Wettkämpfe im Kalender
38
in Seen
24
in Flüssen
11
im Meer
3
Wettkämpfe pro Monat
1Jan
 Feb
 Mär
1Apr
3Mai
7Jun
10Jul
11Aug
4Sep
 Okt
 Nov
 Dez

Ein Land der Seen

In unserem deutschen Kalender finden 24 von 38 Wettkämpfen in Seen statt, die meisten davon im Süden. In Oberbayern reiht der arena Alpen Open Water Cup neun Stationen an bayerischen und österreichischen Seen aneinander. 2026 begann er am 17. Mai am Simssee und endete am 6. September mit dem Chiemsee Langstreckenschwimmen über 4,5 km, von der Fraueninsel nach Übersee. Dazwischen liegen der Waginger See, der Tegernsee und das Vollmondschwimmen, bei dem man nachts 2 km im Chiemsee schwimmt, mit Start in Prien. 2025 zählte der Deutsche Schwimm-Verband bei acht Wettkämpfen mehr als 1.500 Einzelstarts, und 740 Schwimmerinnen und Schwimmer kamen in die Gesamtwertung.

Südlich von München liegt der Starnberger See. Von Possenhofen schwimmt man in Richtung Seehotel Leoni am gegenüberliegenden Ufer und um eine Wendeboje, über 2 oder 4 km und mit höchstens 500 Startplätzen. Die Wasserwacht Ammerland veranstaltet dagegen eine Querung von Tutzing nach Ammerland: 4,2 km fast an der breitesten Stelle des Sees, für höchstens 200 Personen und nicht in jedem Jahr.

Der Bodensee ist ein Grenzsee zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich. Bodensee Openwater veranstaltet Wettkämpfe mit festem Termin auf drei Querungen: zwischen Konstanz und Meersburg, von Friedrichshafen nach Romanshorn in der Schweiz und von Wallhausen nach Überlingen. Bodenseequerung macht seit 2012 etwas anderes: Einzelne Schwimmer werden an einem Tag ihrer Wahl mit einem Begleitboot abgesichert, und ihre Querungen werden registriert. Die Breitenquerung misst rund 12 km; die Dreiländerquerung führt von Lindau nach Rorschach und weiter nach Bregenz in Österreich, über 32 bis 36 km und mit einem Landgang von höchstens fünf Minuten. Als Erste schwamm sie Mirjam Schall am 28. Juli 2014.

Weiter nördlich schwimmt man in den Seen der Städte. Das Müggelseeschwimmen findet im größten See Berlins statt: 1994 waren es 38 Teilnehmer, heute misst die Strecke 3,5 km, von Friedrichshagen nach Rahnsdorf. In Schwerin führt das Schlossschwimmen seit 2005 rund um das Schloss, und am Senftenberger See wurde 2026 die zweite Auflage geschwommen.

In den Flüssen, mit der Strömung

In deutschen Flüssen wird seit Jahrzehnten gemeinsam geschwommen, aber nicht immer als Wettkampf. In Köln hat der DUC das Rheinschwimmen von 1961 bis 2013 jedes Jahr veranstaltet und 2017 wieder aufgenommen: rund eine Stunde mit der Strömung unter vier Brücken hindurch, am Dom vorbei, begleitet von der Wasserschutzpolizei und der DLRG, mit Neoprenanzug oder Flossen. Es ist ein gemeinsames Schwimmen und kein Wettkampf, für Mitglieder, Familien und Gäste befreundeter Vereine. Weiter flussaufwärts, zwischen Linz am Rhein und Bad Honnef, bringt die DLRG seit mehr als vierzig Jahren alle ins Wasser, die rund 11 km im Rhein schwimmen wollen, mit Neoprenanzug und Flossen als Pflicht: 2026 waren es 430.

In Dresden sollte das Elbeschwimmen 1998 eine eintägige Vorführung sein und ist zu einem festen Termin in jedem Sommer geworden: rund 3,5 km in der Elbe vom Blauen Wunder bis zum Fährgarten Johannstadt, ohne Anmeldung, ohne Startgeld und ohne Zeitmessung. Im Ziel warten eine Bratwurst, ein Bier und eine heiße Dusche. Weiter flussaufwärts, in der Sächsischen Schweiz, veranstaltet die DLRG Pirna ein Elbeschwimmen über 9,5 km zwischen Rathen und Wehlen, mit kostenlosen kurzen Strecken: Am 10. Juli 2027 findet die dreißigste Auflage statt.

In der Donau wird im Winter geschwommen. Das Neuburger Donauschwimmen findet am letzten Samstag im Januar statt: 4 km von der Staustufe Bittenbrunn bis zum Ruderclub, vorbei an der Renaissance-Silhouette der Stadt, oft verkleidet. Es begann 1970, als acht Mitglieder der Wasserwacht aus Spaß das eiskalte Wasser ausprobierten. Im Januar 2026 hatte die Donau 2,6 °C, und rund 1.850 Menschen gingen ins Wasser, fast alle im Neoprenanzug; etwa neunzig schwammen in Badekleidung auf einer Strecke von 400 m.

Im Norden folgt der WakenitzMan 14 km der Wakenitz, von Rothenhusen bis zum Naturbad Falkenwiese in Lübeck, mit vorgeschriebener Begleitung im Kanu oder Kajak. In Rinteln ist das Weserschwimmen 2005 aus dem Big Jump entstanden, dem europäischen Flussbadetag des European Rivers Network: Man geht zu Fuß nach Engern und schwimmt zurück in die Stadt, rund 1,8 km mit der Strömung. Und in Münster wird das Ultraschwimmen im Hafen am Dortmund-Ems-Kanal geschwommen, in Runden von 1 km und bis zu 10 km.

Im Meer: die Ostsee

In unserem Kalender gibt es 3 deutsche Wettkämpfe im Meer, alle an der Ostsee. Das Sundschwimmen führt über den Strelasund zwischen Rügen und dem Festland: 2.315 m von Altefähr bis zum Strandbad Stralsund. Chroniken berichten von zwei Offizieren und einem Zivilisten, die den Sund 1825 durchschwammen; die heutige Serie gibt es seit 1965, und 2026 fand die 61. Auflage statt. Veranstalter ist die DLRG Stralsund.

Auf der Flensburger Förde startet das Fördecrossing in Dänemark, in Sønderhav, und endet nach 3 km in salzigem, oft bewegtem Wasser von 15 bis 22 °C in Glücksburg. Der Neoprenanzug ist Pflicht, die Anmeldung schließt bei 450, und 2026 wurde die 29. Auflage geschwommen. In Binz, ebenfalls auf Rügen, ist 2025 das BALTIC X entstanden: Ende April schwimmt man entlang der Seebrücke 900 oder 1.900 m, und vorgeschrieben ist ein langer Neoprenanzug.

Meisterschaften, Cups und Veranstalter

Die nationalen Titel vergibt der Deutsche Schwimm-Verband. 2026 wurden die Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen vom 26. bis 28. Juni im Guggenberger See in Neutraubling bei Regensburg ausgetragen, wie schon 2023 organisiert vom SC Regensburg. Am ersten Tag stehen die 10 km der Männer und der Frauen an, mit einem Zeitlimit: Wer die ersten 2,5 km nicht in 35 Minuten schafft, bei den Frauen in 37, scheidet aus dem Rennen aus. Die Masters haben eigene Meisterschaften, die 2026 zum 32. Mal stattfanden, am 5. und 6. September an der Aggertalsperre.

Unterhalb der nationalen Ebene gibt es regionale Meisterschaften und Cups. In Heddesheim werden im Badesee die Süddeutschen und die Baden-Württembergischen Meisterschaften gemeinsam ausgetragen, und neben den Verbandswettkämpfen gibt es ein Schwimmen, das allen offensteht. Die Norddeutschen Meisterschaften brachten 2026 Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein an der Zitadelle Spandau in Berlin zusammen. Der Bayerische Schwimmverband hat eine eigene Serie, den Bayerischen Freiwassercup, der 2026 seine dreißigste Auflage erreichte, mit Stationen am Lieblsee und am Wöhrsee in Burghausen.

Außerhalb der Meisterschaften veranstalten Ortsgruppen der DLRG und der Wasserwacht viele Wettkämpfe: in Stralsund, Glücksburg, Pirna, Neuburg und Bad Honnef. Die übrigen gehören Sportvereinen, Tourismusverbänden und privaten Veranstaltern, etwa denen des Alpen Open Water Cup und von Bodenseequerung.

Saison, Wasser und Neoprenanzug

In unserem Kalender dauert die deutsche Saison von Mai bis September, und mehr als die Hälfte der Wettkämpfe fällt in den Juli und August. Ausnahmen sind das Neuburger Donauschwimmen Ende Januar und das BALTIC X in Binz Ende April.

Beim Neoprenanzug unterscheiden sich die Regeln zwischen Verbandswettkämpfen und offenen Veranstaltungen. Bei den Meisterschaften des Verbands entscheidet die Wassertemperatur, gemessen zwei Stunden vor dem ersten Start, in der Mitte der Strecke und in 40 cm Tiefe: Unter 16 °C wird nicht geschwommen, zwischen 16 und 18 °C ist der Neoprenanzug Pflicht, über 18 °C ist er verboten. Bei offenen Veranstaltungen entscheidet der Veranstalter, und die Ausschreibungen reichen von einem Extrem zum anderen. Beim Fördecrossing und beim BALTIC X ist der Neoprenanzug Pflicht; beim WakenitzMan wird er empfohlen, ab 26 °C aber verboten; bei Bodensee Openwater ist er erlaubt, es sei denn, das Wasser hat am Morgen des Wettkampfs 25 °C oder mehr, und die Schwimmboje ist für alle Pflicht. Vor der Anmeldung lohnt es sich, die Ausschreibung zu lesen: Die Seiten der einzelnen Wettkämpfe nennen die Regeln zum Neoprenanzug, die der Veranstalter veröffentlicht hat.

Wettkämpfe, die man kennen sollte

Der Bodensee

Der Grenzsee zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die Wettkämpfe von Bodensee Openwater haben feste Termine; Bodenseequerung registriert dagegen Solo-Querungen mit Begleitboot, an einem Tag, den die Schwimmer selbst wählen. In Lindau schwimmt man vom Festland zur Insel.

Die Seen Bayerns

Hier liegt die dichteste Gruppe im Kalender: die Seen Oberbayerns vom Chiemsee bis zum Starnberger See mit den deutschen Stationen des Alpen Open Water Cup, dazu der Wöhrsee in Burghausen und der Guggenberger See bei Regensburg, Schauplatz der Deutschen Meisterschaften.

Flüsse und Kanäle

Geschwommen wird in Donau, Elbe, Rhein und Weser, dazu in der Wakenitz in Lübeck und im Hafen von Münster. Nicht alles davon sind Wettkämpfe: In Köln, Bad Honnef und Dresden schwimmt man gemeinsam, ohne Wertung.

Die Ostsee

Geschwommen wird eher in Meerengen und Förden als im offenen Meer: im Strelasund zwischen Rügen und Stralsund, in der Flensburger Förde zwischen Dänemark und Deutschland und an der Seebrücke von Binz.

Berlin, Hamburg und die Seen im Nordosten

Dazu gehören der Müggelsee in Berlin, Potsdam, der See in Schwerin rund um das Schloss, der Arendsee und der Senftenberger See sowie die Wettkämpfe des Hamburger Schwimmverbands.

Westen und Südwesten

Hier schwimmt man in Talsperren und Badeseen: in der Aggertalsperre, Schauplatz der Masters-Meisterschaften, im Möhnesee im Sauerland, wo auch mit Flossen geschwommen wird, und im Badesee von Heddesheim, wo die Süddeutschen Meisterschaften stattfinden.

Häufige Fragen

›Wann ist in Deutschland Freiwassersaison?

In unserem Kalender dauert die Saison von Mai bis September, und mehr als die Hälfte der Wettkämpfe fällt in den Juli und August. Außerhalb der Saison finden das Neuburger Donauschwimmen am letzten Samstag im Januar und das BALTIC X in Binz Ende April statt.

›Braucht man bei Wettkämpfen in Deutschland einen Neoprenanzug?

Das hängt vom Wettkampf ab. Bei den Meisterschaften des Verbands entscheidet die Wassertemperatur: Unter 16 °C wird nicht geschwommen, zwischen 16 und 18 °C ist der Neoprenanzug Pflicht, über 18 °C ist er verboten. Bei offenen Veranstaltungen entscheidet der Veranstalter: Beim Fördecrossing in Glücksburg ist er Pflicht, bei Bodensee Openwater ist er verboten, wenn das Wasser am Morgen 25 °C oder mehr hat.

›Welche ist die längste Schwimmstrecke in Deutschland?

Die längste ist eine Querung und kein Wettkampf: die Dreiländerquerung des Bodensees, von Lindau über das schweizerische Rorschach nach Bregenz, 32 bis 36 km allein mit Begleitboot. Unter den Wettkämpfen mit festem Termin gibt es die 14 km des WakenitzMan auf der Wakenitz, die 11 km von Bodensee Openwater zwischen Friedrichshafen und Romanshorn und die 10 km der Deutschen Meisterschaften.

›Kann man in deutschen Flüssen an Wettkämpfen teilnehmen?

Ja, bei organisierten Veranstaltungen: in der Donau in Neuburg, in der Elbe in Dresden und zwischen Rathen und Wehlen, im Rhein in Köln und Bad Honnef, in der Weser in Rinteln und in der Wakenitz in Lübeck. Manche davon sind Wettkämpfe, andere gemeinsame Schwimmen ohne Wertung, wie in Köln, Bad Honnef und Dresden. Geschwommen wird mit der Strömung, auf Strecken, die die Veranstalter festlegen, und mit Sicherung im Wasser.

›Wo finden die Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen statt?

Veranstalter ist der Deutsche Schwimm-Verband. 2026 wurden die Meisterschaften der offenen Klasse vom 26. bis 28. Juni im Guggenberger See in Neutraubling bei Regensburg ausgetragen, mit den 10 km der Männer und der Frauen am ersten Tag; die Masters folgten am 5. und 6. September an der Aggertalsperre.

›Gibt es Wettkämpfe für Einsteiger?

Ja: Viele Wettkämpfe bieten neben der langen auch eine kurze Strecke. In Heddesheim gibt es neben den Meisterschaften ein Schwimmen über 500 m, das allen offensteht; am Senftenberger See beginnen die Strecken bei 250 m, und das Schlossschwimmen in Schwerin hat eine Strecke von rund 400 m für Kinder. In Dresden hat das Elbeschwimmen weder Anmeldung noch Zeitmessung, und beim Elbeschwimmen in Pirna sind die kurzen Strecken kostenlos.

So entsteht dieser Ratgeber: Die Wettkämpfe stammen aus dem Kalender von Omniathlon, und die Zahlen auf dieser Seite werden dort gezählt. Die Fakten im Text stammen von den Websites der Veranstalter, vom Verband und aus der Lokalpresse, jeweils mit ihrer Quelle.

Alle Wettkämpfe in der Tabelle (38)