Schwimmwettkämpfe in Flüssen

Vom Paraná bis zur Themse, von der winterlichen Donau bis zur wieder geöffneten Seine: wo, wie und wann in den Flüssen der Welt um die Wette geschwommen wird, mit allen Flusswettkämpfen aus unserem Kalender.

Aktualisiert am 22. September 2026

Auf einen Blick

In unserem Kalender stehen 171 Schwimmwettkämpfe in Flüssen, in 38 Ländern. Der Fluss mit den meisten Wettkämpfen ist der Paraná in Argentinien, wo die Santa Fe–Coronda über rund 57 km geschwommen wird. Die ältesten Wettkämpfe mit dokumentierter erster Auflage sind die Liffey Swim in Dublin, seit 1920, und die Dee Mile in Chester, seit 1922. Die meisten finden zwischen Juni und September statt. In Paris ist die Seine seit dem 5. Juli 2025 wieder zum Baden freigegeben, nach einem Jahrhundert Verbot.

Wettkämpfe in diesem Guide
171
Länder
38
Wettkämpfe pro Monat
6Jan
7Feb
2Mär
4Apr
6Mai
14Jun
35Jul
53Aug
22Sep
3Okt
7Nov
2Dez

Mit der Strömung schwimmen

Im Fluss macht die Strömung die Hälfte des Rennens aus. Bei der Dee Mile in Chester schwimmt man eineinviertel Meilen, die ganze Strecke mit der Strömung, und je nachdem, wie viel Wasser der Dee führt, lagen die Siegerzeiten zwischen 19'48" und 33'25". In Dresden fließt die Elbe im Mittel mit 1,1 m/s: Wer beim Elbeschwimmen flussabwärts schwimmt, spürt das vom ersten Meter an.

Deshalb haben Flusswettkämpfe andere Formen als die im See oder im Meer. Am häufigsten ist die Abfahrt, von einem Punkt flussaufwärts zu einem flussabwärts: der Thames Marathon, 13 km von Henley nach Marlow mit Verpflegung an den Schleusen, das Swim the Suck in der Schlucht des Tennessee, der UltraEbre. Es gibt die Hin- und Rückstrecke, bei der man auch gegen die Strömung schwimmen muss: Beim Three Rivers Marathon Swim in Pittsburgh schwimmt man in jedem der drei Flüsse der Stadt, dem Ohio, dem Monongahela und dem Allegheny, 5 km mit der Strömung und 5 dagegen, insgesamt 30 km. Und es gibt die Querung von einem Ufer zum anderen, wie in Wuhan über den Jangtse.

Nahe der Mündung wird der Fluss zum Ästuar, und die Gezeiten bestimmen. Auf dem Hudson, der bis Troy ein Ästuar ist, startet die 8 Bridges jede Etappe mit ablaufendem Wasser; auf dem Tay in Dundee schwimmt der 1884 gegründete Club YeAABA seine Meisterschaftsrennen ohne Neoprenanzug, und die Kirkton of Balmerino führt über 8 Meilen mit der Tide nach Broughty Ferry.

Die Marathons der großen Flüsse

Die Santa Fe–Coronda wurde zum ersten Mal am 22. Januar 1961 geschwommen, unter dem Namen Maratón Náutica del Litoral Argentino: Acht gingen an den Start, und Carlos Larriera gewann in acht Stunden. Die Strecke führt den Río Santa Fe hinab bis Cuatro Bocas und dann den Río Coronda, im Flusssystem des Paraná, über rund 57 km; die Distanz ändert sich mit der Strecke, und 2026 zählte die Lokalpresse 59,5. In jenem Jahr gewann der Italiener Alessio Occhipinti in 8h42'59". Für Nicht-Profis gibt es die Aficionados-Version, 48 km von der Costanera Este in Santa Fe bis zum Balneario von Coronda.

In den USA schwimmt die 8 Bridges den Hudson in sieben Etappen an sieben Tagen hinab, 120 Meilen von der Rip Van Winkle Bridge bis zur Verrazzano-Narrows: Jede Etappe startet an einer Brücke und endet an der nächsten. In Russland folgt die Samara 181 der Wolgaschleife unterhalb der Schiguli-Berge in fünf Etappen von 10,5 bis 42 km, allein, zu zweit oder als Staffel.

In Europa gehören drei Flussmarathons zur selben Serie, der Marathon River Swim Series: Le Flow des Gabarriers, 33 km auf der Charente von Châteauneuf nach Cognac; der UltraEbre, 31 km auf dem Ebro, seit 2012, allein oder zu zweit mit Begleitkajak; und der GlommaDyppen in Norwegen, wo das Wasser der Glomma innerhalb weniger Tage von 17-18 °C auf rund 10 °C fallen kann.

Ein Jahrhundert Wettkämpfe in der Stadt

In Dublin wird die Liffey Swim seit 1920 geschwommen. Die historische Strecke führte vom Victoria Quay zur Butt Bridge, eineinhalb Meilen mitten durch die Innenstadt, und 1923 machte Jack B. Yeats daraus ein Gemälde, „The Liffey Swim“, das im Jahr darauf im Kunstwettbewerb der Olympischen Spiele in Paris die Silbermedaille gewann. In Chester stammt die Dee Mile von 1922: Der erste Sieger, Vic Beaman, wurde später Kapitän der britischen Wasserballmannschaft bei den Spielen 1928 in Amsterdam. Frauen sind seit 1969 zugelassen, und um den Meistertitel zu holen, muss man im Umkreis von fünf Meilen um das Chester Cross wohnen.

In Wuhan wird seit 1934 um die Wette durch den Jangtse geschwommen, damals starteten 44 über 5 km; heute sind es 1,8 km. Am 16. Juli 1966 stieg der 73-jährige Mao Zedong an der Spitze von rund 5.000 Schwimmern in den Fluss: Die Parteipresse meldete eine unmögliche Geschwindigkeit, und das Bad blieb eher ein politischer als ein sportlicher Akt.

In Zürich entstand das Limmatschwimmen 1945 auf Initiative zweier Mitglieder des Schwimmclubs Zürileu. Es wurde mehrmals eingestellt und wieder aufgenommen, zuletzt von 1978 bis 1985, und heute schwimmen 4.500 Menschen 2 km die Limmat hinab, vom Frauenbad bis zum Flussbad Letten: Am 15. August 2026 fand die 60. Auflage statt. In Schweden begann die Vansbrosimningen 1950, als zwei Einwohner von Vansbro beschlossen, unter allen sechs Brücken des Ortes hindurchzuschwimmen: Zehn starteten, neun kamen an. Seit 1971 gehört sie zu En Svensk Klassiker.

Die Städte kehren in ihre Flüsse zurück

In Paris war das Baden in der Seine seit 1923 verboten. Am 5. Juli 2025 öffneten nach einer Sanierung für rund 1,4 Milliarden Euro drei Badestellen, eine davon am Bras de Grenelle nahe dem Eiffelturm; in der Regel schließen sie am Tag nach einem Regen, weil die Kanalisation in den Fluss überläuft. Im August 2026 wurden am Bras de Grenelle die Freiwasserrennen der Europameisterschaften geschwommen, und auf demselben Abschnitt, zwischen dem Pont de Bir-Hakeim und dem Pont Rouelle, findet die EDF Aqua Challenge statt. Das Open Swim Paris durchquert die Stadt über 8,5 km, zwischen der Seine und dem Canal de l'Ourcq.

In Chicago schwammen am 21. September 2025 263 Menschen im Chicago River: Es war das erste organisierte Schwimmen im Fluss seit fast einem Jahrhundert, und das Wasser war in den neunzehn Tagen davor neunmal untersucht worden. Die Ausgabe 2026 wurde am selben Morgen wegen des Zustands des Flusses abgesagt. In Berlin setzt sich ein Verein dafür ein, die 1,8 km des Spreekanals rund um die Museumsinsel badetauglich zu machen.

Nicht jedes Flussschwimmen in der Stadt ist ein Wettkampf. In Deutschland, auf dem Rhein in Köln und auf der Elbe in Dresden, schwimmt man gemeinsam, ohne Wertung: Das Rheinschwimmen ist ein Vereinsschwimmen für Mitglieder und Gäste, das Elbeschwimmen ist kostenlos und ohne Anmeldepflicht. Auch das King of the Thames, von Hampton Court nach Kingston, ist ausdrücklich kein Wettkampf.

Hochwasser, Regen und kaltes Wasser

Ein Fluss ändert sich von einem Tag auf den anderen, und die Wettkämpfe rechnen damit. 2005 wurde das Limmatschwimmen zum ersten Mal abgesagt: Die Limmat führte 295 m³ Wasser pro Sekunde. Das Swim the Suck hängt davon ab, wie viel Wasser der Chickamauga-Staudamm flussaufwärts ablässt: Über die Jahre wurde bei einem Abfluss zwischen null und 33.000 Kubikfuß pro Sekunde geschwommen, und die Ausgabe 2024 fiel wegen Hochwassers aus.

In unserem Kalender ist die Flusssaison der Sommer: Die meisten Wettkämpfe fallen zwischen Juni und September, mit dem Höhepunkt im August. Auf der Südhalbkugel schwimmt man zwischen November und Februar, auf dem Paraná und in Australien. Und dann gibt es den Winter: Das Donauschwimmen in Neuburg führt am letzten Samstag im Januar rund 4 km die Donau hinab. 1970 fingen acht damit an; 2010 hatte das Wasser 2,1 °C, und fast 1.700 Menschen gingen hinein.

Wettkämpfe, die man kennen sollte

Paraná und Uruguay

Das Flussgebiet mit den meisten Wettkämpfen: San Pedro, Santa Fe und Coronda, Posadas, Paraná und der Río Uruguay bei Paysandú.

Der Hudson und die Flüsse New Yorks

Gezeitengewässer rund um Manhattan: der Hudson von Brücke zu Brücke, der Harlem River, der East River.

Die Themse

Von Oxford bis Putney, auf dem gezeitenfreien Abschnitt und auf dem Gezeitenabschnitt. Das King of the Thames ist ein Schwimmen ohne Wertung.

Großbritannien und Irland abseits der Themse

Die Liffey in Dublin, der Dee in Chester, der Shannon, der Boyne und der Moy, die Mündungen von Dart und Mawddach und die Wettkämpfe auf dem Tay in Dundee.

Die Seine

Paris nach der Wiedereröffnung 2025, L'Île-Saint-Denis und die Yonne bei Montereau, kurz bevor sie in die Seine mündet.

Loire, Cher und Loir

Orléans an der Loire, drei Wettkämpfe am Cher und der Défi de la Salamandre am Loir.

Der Rhein und sein Einzugsgebiet

Der Rhein in Köln und Bad Honnef, die Mosel, die Saar, die Ill, die Limmat in Zürich und die niederländischen Rheinarme.

Die Donau und ihre Nebenflüsse

Von Neuburg bis Budapest und Belgrad, mit Save, Theiß, Raab und Westlicher Morava.

Der Ebro und die anderen Flüsse der Iberischen Halbinsel

Vier Wettkämpfe auf dem Ebro bis zum Delta, der Douro in Porto, der Minho, die Flussabfahrten in Galicien und Asturien und die Schluchten des Duratón.

Die Flüsse des Nordens

Schweden mit Vansbro, die Glomma in Norwegen und in Finnland Flüsse, die durch Nationalparks und über den Polarkreis führen.

Wolga, Jenissei und die russischen Flüsse

Die Wolga in Samara und Nischni Nowgorod, die Oka, die Newa, der Amur in Chabarowsk und der Jenissei jenseits des Polarkreises.

Die übrigen Flüsse Nordamerikas

Der Tennessee, die drei Flüsse von Pittsburgh, der Chicago River, der Columbia und der Potomac; in Kanada der Saint-Maurice, der Richelieu, der Ottawa und der Sankt-Lorenz-Strom.

Jangtse, Nil, Meghna, Amazonas

Die großen Flüsse außerhalb Europas und Amerikas: Wuhan, Assuan rund um den Tempel von Philae, Bangladesch und Peru.

Weitere Wettkämpfe, Land für Land

Argentinien 10

Häufige Fragen

›Welcher Flusswettkampf ist der längste?

Das hängt davon ab, wie man zählt. Unter den Etappenrennen schwimmt die 8 Bridges in sieben Tagen 120 Meilen den Hudson hinab, und die Samara 181 legt in fünf Etappen 181 km auf der Wolga zurück. Am Stück ist die bekannteste die Santa Fe–Coronda in Argentinien: rund 57 km, je nach Strecke des Jahres.

›Welcher Flusswettkampf ist der älteste?

Unter denen in unserem Kalender mit dokumentierter erster Auflage die Liffey Swim in Dublin, seit 1920. Es folgen die Dee Mile in Chester, seit 1922, die Querung des Jangtse in Wuhan, seit 1934, und das Limmatschwimmen in Zürich, seit 1945.

›Schwimmt man im Fluss schneller?

Flussabwärts ja, und um wie viel, hängt vom Fluss an diesem Tag ab: Bei der Dee Mile, die ganze Strecke mit der Strömung, lagen die Siegerzeiten auf derselben Distanz zwischen 19'48" und 33'25". Deshalb lassen sich die Zeiten eines Flusswettkampfs nicht mit denen eines anderen vergleichen, auch nicht mit denen desselben Flusses in einem anderen Jahr. Wo die Strecke hin und zurück führt, wie beim Three Rivers Marathon Swim, schwimmt man die Hälfte gegen die Strömung.

›Ist das Wasser in Flüssen sauber?

Das hängt vor allem vom Regen ab. In Paris schließen die Badestellen an der Seine in der Regel am Tag nach einem Gewitter, weil die Kanalisation in den Fluss überläuft. Die Veranstalter untersuchen das Wasser vor dem Wettkampf und sagen ihn, wenn nötig, ab: Das Chicago River Swim 2026 wurde am selben Morgen gestoppt.

›Braucht man bei Flusswettkämpfen einen Neoprenanzug?

Das hängt vom Wettkampf und von der Jahreszeit ab. Beim Donauschwimmen in Neuburg im Januar schwimmen fast alle im Neoprenanzug; im Juli, bei der Vansbrosimningen, hat das Wasser meist zwischen 16 und 22 °C. Der Club YeAABA in Dundee schwimmt seine Meisterschaftsrennen im Tay ohne Neoprenanzug. Die Regel legt der Veranstalter fest: Seine Website steht in jedem Eintrag.

›Wann wird in Flüssen geschwommen?

Vor allem im Sommer: In unserem Kalender fallen die meisten Flusswettkämpfe zwischen Juni und September, und der August ist der dichteste Monat. Auf dem Paraná und in Australien dauert die Saison von November bis Februar, und in Deutschland schwimmen manche Ende Januar die Donau hinab.

So entsteht dieser Ratgeber: Die Wettkämpfe stammen aus dem Kalender von Omniathlon, und die Zahlen auf dieser Seite werden dort gezählt. Die Fakten im Text stammen von den Websites der Veranstalter, vom Verband und aus der Lokalpresse, jeweils mit ihrer Quelle.

Alle Wettkämpfe in der Tabelle (171)